Der Staatsanwalt im Zeugenstand – Schülerfragen zum Thema "Jugendkriminalität"

Zum wiederholten Mal veranstaltete das Gymnasium Bergschule in Apolda am 29.01.2009 den „Tag der Gesellschaftswissenschaften“. Diesmal stand -wie bereits im Jahre 2006- den Schülerinnen und Schülern der Klassen 10-12 des Gymnasiums ein Vertreter der Thüringer Generalstaatsanwaltschaft zum Thema „Jugendkriminalität“ Rede und Antwort.

Insbesondere Fragen wie „Was ist Gerechtigkeit?“, „Wie kann man Straftaten Jugendlicher vorbeugen?“, „Was passiert, wenn ein Jugendlicher Straftaten begeht?“, bewegten die Schüler. Fragen, die Herr Staatsanwalt Hetzer mit den angehenden Abiturienten angeregt, aber auch kontrovers diskutierte. „Die Diskussion hat auch mir neue Einsichten vermittelt“, so Staatsanwalt Ingo Hetzer.

Besonders beschäftigt hat die Schüerinnen und Schüler die Frage, ob Jugendliche, die Straftaten begehen, ebeso hart bestraft werden sollten, wie Erwachsene. Erstaunlicherweise wurde gerade diese Frage sehr unterschiedlich bewertet. Viele der Jugendlichen waren sogar für eine `härtere Gangart´. Die Jugendlichen sprachen sich dafür aus, Übertretungen der Gesetze durchaus spürbar zu ahnden.

Im Rahmen der Diskussion wurde Ihnen geschildert, welche Möglichkeiten das geltende Recht bei Straftaten Jugendlicher vorsieht (Erziehungsmaßregeln, Zuchtmittel –z.B. Freizeitarrest, Arbeitsauflagen- und Jugenstrafe). Hierbei stellte sich die schwierige Frage, was im Einzelfall Gerechtigkeit bedeutet. Dazu wurde den Gymnasiasten vermittelt, daß es u.a. die schwierige Aufgabe der Justiz sei, zwischen Erziehungsgedanke und Strafanspruch eine ausgewogene Lösung zu finden, die der Entwicklung des Jugendlichen förderlich ist, aber auch Grenzen aufzeigt.

„Meines Erachtens ist der „Tag der Gesellschaftwissenschaften“ ein nachahmenswertes Projekt, mit dem man u.a. auch das Demokratiebewußtsein und das Rechtsempfinden junger Menschen stärken kann.“

(siehe: "Tag der Gesellschaftswissenschaften 2006")